Die Jugend in Puy

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Nous remercions 
Jobst Meyer 
pour la traduction allemande.


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Meine erste Vorstellung von Kunst war der bemalte Leinenvorhang in der Schlachterei der Familie.




Das Schaufenster mit den kannelierten Säulen aus hellem Holz, rahmte  die liebevoll zubereiteten Platten auf weißem Marmor ein, die sich in den Scheiben spiegelten.

 
Die Besuche im Schlachthaus wenn die Schweine getötet wurden; das Durchschneiden der Kehlen, das Abbrühen des Specks über brennendem Stroh, der beißende Geruch, die gespaltenen Köpfe, die chirurgischen Vorgänge beschäftigten mich für lange Zeit.
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la specola
Die Toten aus Wachs in der Specola in Florenz, die Mumien von Palermo, die Gemälde Rembrandts, wie auch die von Soutine, der nach Ochsengerippen malte übten auf mich – genau wie anatomische Lehrbücher – eine große Faszination aus.
rembrandt boeuf louvre
cathédrale du Puy

Durch meine Kindheit bin ich von Puy en Velay geprägt, von der seltsamen Geometrie der Kathedrale des Jesuitenkollegiums, die von zwei riesigen, üppigen Barocksäulen getragen wird.

 

Das Lesen von D. Fernandez „La perle et le croissant“ und die Photos von Ferranti, waren unter anderem Auslöser für den barocken Ausdruck in meiner Arbeit.

Die jährliche Weihnachtsdekoration in der Rue Saint Jaques löste stets Freude aus. Das aufgetürmte Gebäck in der benachbarten Konditorei, der vergitterte Lebensmittelladen und das Straßencafé sind angenehme Erinnerungen. le puy en fête
velasquez Die Kreuzigung von Guy François, genannt Guigoanciento, in der Mitte des vergoldeten Altars unserer Kirche und die Venus von Velasquez, auf die mich meine Mathematiklehrerin hinwies, führten zu meinem ersten elitären Kulturverständnis.



Die Reisen nach Italien und nach Spanien, der Isenheimer Altar von Grünewald, das Jüngste Gericht von Van der Weiden, ebenso wie die Grotten vonTarn und Périgord, Meisterwerke von Menschen, vervollständigten mein Weltbild als

 Künstler.
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Bildhauer zu sein ist eine ständige Herausforderung, es ist ein Luxus, der sich nie materiell auszahlt. Es bedeutet auch, die Augen stets offen zu halten, ohne Scheuklappen, ohne Behinderung durch Protektion, ohne Verbote und Zensuren, zu leben - sich seiner Nutzlosigkeit in der so genannten Normalität der aktuellen Welt bewusst zu sein. So finden wir die Wahrheit im Werk. Aber diese nackte Wahrheit ist skandalös. Es bedeutet die Kleinigkeiten der Randerscheinungen zu bestätigen und gegen den Strom zu schwimmen. Die Schwierigkeiten, die Enttäuschungen, die Kritiken während 50 Jahren Bildhauerei konnten niemals meine Leidenschaft brechen oder mir den Glauben an und die Liebe zu meiner Arbeit nehmen, die Tag für Tag im Atelier, alleine mit mir selbst, stattfindet.









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Das Museum in der Farm von Moueyre

HAUTE LOIRE



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